26. Oktober 2014

[Good to know] "Tag vor Allerheiligen"


So meine lieben Leser, es ist mal wieder so weit. In ein paar Tagen, zur abendlichen Stunde, beginnt es an der Türe zu klingeln und dies hört die kommenden Stunden nicht mehr auf. Öffnet man die Tür um den vermeintlichen Besucher zu begrüßen, steht man vor einer Gruppe Kinder, die einem mit freudiger Erwartung anschauen.
Ich rate jedem, wenn dieser Tag kommt, genügend Süßigkeiten zur Hand zu haben, ist doch der enttäuschte Blick dieser Kleinen, wenn man ihnen sagt, man habe nichts daheim, einfach nur niederschmetternd.
Ich löse mal an dieser Stelle noch nicht auf, von welchem Tag ich rede und kläre lieber noch ein wenig über die historischen und soziokulturellen Hintergründe auf… aber nur im Überblick, versteht sich. ;]

Das bald anstehende Fest ist traditionell ein irischer Volksbrauch und heißt so viel wie „Tag vor Allerheiligen“. Ob es nun stärker aus der christlichen oder der vorchristlich-keltischen Tradition stammt, lasse ich offen, da es zu diesem Thema verschiedene Theorien und Lehrmeinungen gibt. In den katholischen Teilen des Vereinigten Königreiches (1531 wurde im englischen Kernland die englisch-anglikanische Kirche eingeführt) überdauerte dieses Fest im allgemeinen Brauchtum.
                       
Den eigentlichen Schritt auf dem Weg zur „Internationalisierung“ absolvierte der Brauch mit dem Einzug in die USA. Seit der Mitte des 19. Jh. strömten nämlich immer mehr Iren in die USA um in der „Neuen Welt“ den Hungersnöten der alten Heimat zu entkommen. In den Vereinigten Staaten von Amerika pflegten sie ihre Bräuche weiter. Die kulturelle und soziale Vermischung unter den zahlreichen Bevölkerungsgruppen, verbunden mit der Attraktivität der einzelnen Festpraktiken, führte dazu, dass sich das ungenannte Fest in der Gesamtbevölkerung ausbreitete und etablierte. Im Rahmen der zunehmenden internationalen Vernetzung schwappte das Fest in den 1990er Jahren zurück nach Europa, um genau zu sein nach Frankreich, von wo aus es sich in den Folgejahren auch nach Deutschland von Süden herkommend verbreitete.
Dieses Fest zeichnet sich im europäischen Kontext dadurch aus, das an besagtem Abend die Kinder kostümiert sind, wie angesprochen nach Süßigkeiten fragen, bei Absagen mit Streichen drohen und durch die sporadische und zum Teil recht kitschige Dekoration in Läden und Wohnhäusern, welche vornehmlich aus Kürbissen mit Fratze bestehen.


Ich bin mir sicher, ihr wisst bereits von welchem Tag ich rede, aber nur noch mal zur Erinnerung:

Am 31. Oktober ist wieder Halloween!

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